Warum Führung mehr ist als Prozesse und „Wir können uns riechen“ entscheidend wird für Vertrauen.
Eddie zog mit zehn Wochen bei uns ein. So viele Eindrücke gleichzeitig: ein neues Zuhause, neue Menschen, Gerüche… Er lief lange durchs Wohnzimmer, schnupperte und erkundete. Und ja, er pinkelte auch. Da waren keine Regeln. Er musste erst verstehen: Wo bin ich? Wer gehört zum Rudel? Wo ist Sicherheit? Und wer ist für das Futter zuständig? Eddie orientierte sich an unseren Bewegungen, an Tonfall, an uns Menschen. Sein neues Beziehungsumfeld, das gab ihm Sicherheit.
Führung schafft Orientierung durch Beziehung und Präsenz.
Auch Menschen, die neu in ein Team kommen, „laufen erst durchs Wohnzimmer“. Sie beobachten, spüren, testen. Es geht um Vertrauen, Zugehörigkeit, Sicherheit und Orientierung.
Onboarding-Pläne, Prozesse und Checklisten sind wichtig und geben Struktur, doch wer führt schafft zuerst Beziehung. Denn neue Teammitglieder lesen Signale, sehen Verhalten sofort: Wer ist hier wirklich wichtig? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Was wird gesagt und tatsächlich gelebt? Diese Signale wirken stärker als jede Folie und so wird Führung „gelesen“. Onboarding ist deshalb immer auch ein Beziehungsprozess. Schnell wird sichtbar, ob eine Führungskultur „Wir können uns riechen“ gelebt wird. Wenn Teams sich nicht „riechen können“, fehlt es meiner Erfahrung nach an Sicherheit und Vertrauen.
Führung heißt, Bedingungen zu schaffen, in denen Orientierung möglich wird.
Wie riecht dein Team für Neue? Und welche Signale sendest du bewusst oder unbewusst, wenn jemand neu "ins Wohnzimmer" kommt?
